(Foto: Gabriele Maltinti)

„Gewalt ist für viele zum Lifestyle geworden“

Hooligans, Hogesa, radikale Islamisten – in unserer Gesellschaft hat sich eine Reihe neuer gewaltorientierter Gruppen gebildet. Wie diese entstehen und was man dagegen tun kann, erklärt Communicator-Preisträger und Konfliktforscher Andreas Zick in der neuen Folge der Podcastreihe „Forschergeist“.

Der Konfliktforscher Andreas Zick ist in diesen aufgeheizten Zeiten ein gefragter Mann: Er eilt unermüdlich durch die Republik, von Vortrag zu Vortrag, von Interview zu Interview. Denn Gesellschaft und Medien haben viele Fragen an den Wissenschaftler: Wie konnte die politisch weitgehend stabile, prosperierende Nachkriegsrepublik sich in so kurzer Zeit so stark radikalisieren? Wieso fallen extreme politische Meinungen auf so fruchtbaren Boden, wieso radikalisieren sich junge Menschen, wieso sind Gewalt gegen ethnische oder religiöse Minderheiten und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit mittlerweile allgegenwärtig?

Zu all diesen Themen forscht der gelernte Sozialpsychologe Andreas Zick am Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Uni Bielefeld. Und so reden wir in dieser Folge über Pyros in Fußballstadien, über Hogesa, Pegida, Hate Speech und die Ursachen dieser Phänomene. Andreas Zick erläutert mögliche Lösungsansätze, wie Gesellschaft und Demokratie mit Hass, Gewalt und Extremismus umgehen kann und wie man als Wissenschaftler all diese sensiblen Themen verantwortungsvoll in der Öffentlichkeit kommuniziert.

Andreas Zick ZU GAST BEI „FORSCHERGEIST“

Hören Sie hier das ganze Gespräch mit Andreas Zick in unserem Podcast „Forschergeist“, moderiert von Tim Pritlove.
Ein großer Teil der Konflikte und Gewalt sind Inszenierung.
Andreas Zick (Foto: Universität Bielefeld)

Andreas Zick

Ausgezeichnete Wissenschaftskommunikation

Für die vielfältige, langjährige und besonders engagierte mediale und öffentliche Vermittlung seiner Forschungsergebnisse zu Ursachen, Formen und Folgen innergesellschaftlicher Konflikte, Diskriminierung und Gewalt hat Zick nun den Communicator-Preis 2016 erhalten. Der Stifterverband und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben die Auszeichnung einmal im Jahr an Wissenschaftler, die in besonders vielfältiger, origineller und nachhaltiger Weise ihre Forschungen und die ihres Faches in die Medien und die breite Öffentlichkeit außerhalb der Wissenschaft kommunizieren. Ziel ist es, den immer wichtigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärken und dafür zu werben, dass die Vermittlung von Wissenschaft in der Wissenschaft selbst einen höheren Stellenwert erhält.

Zur Person

Andreas Zick ist, nach der Promotion in Marburg und Stationen in Wuppertal, Bielefeld, Dresden und Jena sowie der Habilitation in Halle-Wittenberg seit 2008 Professor für Sozialisation und Konfliktforschung in Bielefeld. Dort war er Co-Leiter des DFG-Graduiertenkollegs „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und wirkt an der in der Exzellenzinitiative geförderten Bielefeld Graduate School in History and Sociology mit. Seit 2013 ist Zick Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Bielefelder Universität.

Forschergeist

Episodencover

Forschergeist ist der Podcast des Stifterverbandes zu Themen aus Bildung und Forschung. Er bietet Einblicke in die Arbeit von Wissenschaftlern und versucht auszuloten, was Forschergeist ausmacht: Neugier, Ausdauer und Mut. Moderiert wird der Podcast von Tim Pritlove (Metaebene Personal Media).

Forschergeist ist über alle üblichen Podcast-Verzeichnisse abonnierbar (zum Beispiel iTunes) und auch direkt im Webplayer zu hören. 

ALLE FOLGEN DES PODCASTS „FORSCHERGEIST“

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