"Europa ist voller guter Ideen"

Skype? Stammt eigentlich aus Estland. Booking.com? Wurde ursprünglich in den Niederlanden entwickelt. Aber groß wurde beides erst in Silicon Valley. Robert-Jan Smits, von 2010 bis 2018 oberster Forschungsförderer bei der EU-Kommission, will Innovationen mit Wachstumspotenzial in Europa halten. An klugen Köpfen und guten Ideen mangelt es nicht, sondern an etwas, das in den USA viel besser funktioniert.

Fördergeld aus EU-Programmen ist nicht gerade angesagt unter jungen Gründern, egal aus welchem Winkel Europas sie stammen, gerade aus der IT- und Digitalszene. Robert-Jan Smits gibt das zu denken. Als früherer Direktor der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU-Kommission (2010 bis 2018) verfolgte er die Entwicklungen über viele Jahre hinweg. Für seinen Geschmack hallen die Bedürfnisse, Einstellungen und Träume der jungen Gründergeneration nach wie vor viel zu wenig nach – dort, wo das EU-Fördergeld vergeben wird, aber auch in den Nationalstaaten. Und das müsse sich dringend ändern, wenn man die maßgeblichen Gestalter unserer Zukunft in Europa halten wolle.

The only way for Europe to compete with the rest of the world is to outsmart and outinnovative the rest of the world. And that requires investing in science and innovation.
Foto: Stifterverband

Dabei ist Robert-Jan Smits selbst bis vor kurzem ein einflussreicher Gestalter eines EU-Programms gewesen: Das mit 80 Milliarden Euro ausgestatteten EU-Programm Horizon 2020 für Wissenschaft und Innovation (2014-2020) trägt seine Handschrift. Was er mitnimmt aus dieser Zeit? Die beeindruckende Qualität der Innovationsvorhaben und -leistungen vieler Antragsteller. Europa sei voller guter Ideen und könne sich mit den USA messen. Aber: Das Budget von Horizon 2020 konnte dieser Tatsache bei weitem nicht gerecht werden. Viele Antragsteller gingen leer aus. 

Der Forschungsgipfel 2018

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Robert-Jan Smits ist einer der Diskutanten auf dem Forschungsgipfel 2018, bei dem rund 400 Entscheider, Experten, Vordenker und Newcomer aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik öffentlich darüber beraten, wie das internationale Innovationssystem weiterentwickelt werden kann. Der Forschungsgipfel findet am 17. April 2018 in Berlin statt. Er wird live im Internet übertragen.

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